Die Monographie arbeitet erstmals an den Formen, Bildern und
Inschriften der attischen Grabmäler die Athener Haltung dem Tod
gegenüber, ihren Wandel in der geometrischen, archaischen und
klassischen Zeit (1000–300 v. Chr.), und den grundsätzlichen
Unterschied von der christlich-abendländischen heraus. Gleich bleibt
in den drei Epochen, dass es nicht um die Erlösung im Jenseits geht;
es gilt das homerische Geras thanonton: die Pflicht der Lebenden, die
Toten zu ehren und die Erinnerung an sie wach zu halten. Dieser
diesseitigen Pflicht entsprechend gibt es keine Friedhöfe; die
Gräber säumen die Straßen außerhalb Athens, damit Passanten vor
ihnen halten und das Geras thanonton vollziehen. Die geometrischen
Gräber zeigen Bilder der rituellen Ehrung des Toten, der namenlos
bleibt. Bei den archaischen kommt das benannte Bildnis des Toten auf
sowie die Grabepigramme, die die Passanten in eine Performance des
Geras thanonton involvieren. In der Klassik errichtet die Polis
kollektive Kriegergräber im demosion Sema. Die privaten Gräber, nun
vorrangig Familienbezirke, und die Grabepigramme zeigen die neue
Bedeutung der Familie. Die kontrapostischen Grabrelieffiguren wirken
wissend um den eigenen Tod und den Tod des Anderen, und es gibt
neuartige Gruppen von Toten und Hinterbliebenen. Diese
anthropologische Betrachtung der attischen Grabmäler lässt viel
über die lebenden Athener jener Jahre erkennen.
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Produktdetaljer
ISBN
9783110384024
Publisert
2015
Utgave
1. utgave
Utgiver
De Gruyter
Språk
Product language
Tysk
Format
Product format
Digital bok
Forfatter