Der Band beschäftigt sich mit der Erforschung sozio-interaktiver
Potentiale der Videotelefonie im Kontext von Nähe und Verbundenheit
mit Fokus auf dem Eigenbild sowie dem Rederechtswechsel. Die
Videotelefonie als Kommunikationsform hat sich – und darauf deuten
die Erfahrungen der Covid-19-Pandemie hin – im lebensweltlichen
Alltag der Menschen etabliert und wird dort in naher Zukunft nicht
mehr wegzudenken sein. Auf Basis ihrer Möglichkeiten und
Errungenschaften ist es inzwischen Realität und Lebenswirklichkeit,
dass die Kommunikation sowohl im privaten als auch im geschäftlichen
Kontext mittels verschiedenster Kanäle stattfindet. Der
Videotelefonie kommt hierbei als solche nicht nur eine tragende
Funktion, sondern auch eine herausragende Rolle bei der vermeintlichen
Reproduktion der Face-to-Face-Kommunikation im digitalen Raum zu und
wird wie selbstverständlich zum zwischenmenschlichen Austausch
genutzt. Just an diesem Punkt knüpft die Forschungsarbeit an. Zentral
stand dabei das Vorhaben einer dezidierte Untersuchung des
Forschungsgegenstandes Videotelefonie, sowohl aus Kultur- als auch
Technikhistorischer, aber auch Medien-, Wahrnehmungs- wie
Kommunikations- theoretischer Perspektive, indem analytische und
phänosemiotische Perspektiven miteinander in Beziehung gesetzt werden
(z.B. Wahrnehmungsbedingungen, Interaktionsmerkmale, realisierte
Kommunikationsprozesse etc.). Die Arbeit ist damit vor allem im
Bereich des Produkt- und Interactiondesigns zu verorten, adressiert
jedoch auch Motive der Medien- und Wahrnehmungstheorie. Darüber
hinaus hat sie das Ziel der Darlegung und Begründung der
Videotelefonie als eigenständige Kommunikationsform, welche durch
eigene, kommunikative Besonderheiten, die sich in ihrer jeweiligen
Ingebrauchnahme sowie durch spezielle Wahrnehmungsbedingungen
äußern, und die die Videotelefonie als »Rederechtswechselmedium«
avant la lettre konsolidieren, gekennzeichnet ist. Dabei soll der
Beweis erbracht werden, dass die Videotelefonie nicht als Schwundstufe
einer Kommunikation Face-to-Face, sondern als ein eigenständiges
Mediatisierungs- und Kommunikationsereignis zu verstehen sei. Und eben
nicht als eine beliebige – sich linear vom Telefon ausgehende –
entwickelte Form der audio-visuellen Fernkommunikation darstellt,
sondern die gestalterische (Bewegtbild-)Technizität ein
eigenständiges Funktionsmaß offeriert, welches wiederum ein
innovatives Kommunikationsmilieu im Kontext einer
Rederechtswechsel-Medialität stabilisiert.
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Potenziale und Perspektiven im Kontext von Nähe und Distanz
Produktdetaljer
ISBN
9783658445850
Publisert
2024
Utgiver
Springer Nature
Språk
Product language
Tysk
Format
Product format
Digital bok
Forfatter