Deutungen historischer Ereignisse unterliegen vielfältigen
Modifikationen, Anpassungen und Ausblendungen, die ihrerseits Ausdruck
veränderter Machtverhältnisse, Wertvorstellungen oder
Legitimationsbedürfnisse sind. Das östliche Mitteleuropa ist in
besonderer Weise geeignet, das Neben-, Mit- und Gegeneinander
verschiedener Erinnerungsgemeinschaften in den Blick zu nehmen. Die
hier vorgelegten Fallstudien zur böhmischen Ländergruppe stellen
verschiedene Typen konkurrierender Geschichtsentwürfe vor, die sich
religiös-konfessionell, räumlich-regional oder sprachlich-ethnisch
motivierten Interessen verdankten. Dabei wird deutlich: Die
erinnerungskulturellen Rivalitäten, die bereits in nachhussitischer
Zeit einsetzten, prägten den Prozess der neuzeitlichen Staats- und
Nationsbildung nachhaltig.
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Geschichtsschreibung in den boehmischen Laendern vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart
Produktdetaljer
ISBN
9783631698327
Publisert
2018
Utgave
1. utgave
Utgiver
Peter Lang
Språk
Product language
Tysk
Format
Product format
Digital bok
Forfatter