Mit dem Begriff Festbeschreibung wird ein breites Spektrum von
Phänotypen zusammengefasst (Neue Zeitung, lateinisches Epos,
Pritschmeisterdichtung, Anthologie diverser Textsorten, illustriertes
Diarium), deren gemeinsame Funktion die Vermittlung des höfischen
Festes unter zeremoniellen Gesichtspunkten ist. Die Studie zeigt, dass
die Topik der Festbeschreibung – im Gegensatz zur Überwältigung
der Sinne im Fest – auf eine deutliche Reduktion der sinnlichen
Komplexität zielt und allein zeremoniell bedeutsame Zeichen,
Handlungen und Namen in den Blick nimmt. Die Funktion der
Festbeschreibung wird im Kontext der Wirkungsästhetik des
Zeremoniells bestimmt, die sich anhand der Zeremoniellwissenschaft des
frühen 18. Jahrhunderts rekonstruieren lässt. Die Untersuchung der
Paratexte fokussiert das aporetische rhetorische Selbstverständnis
der Textsorte zwischen den Stilansprüchen von Casualrhetorik und
Historiographie. Nach einer überblicksartigen Darstellung von Topik
und Disposition der Festbeschreibung, die neben dem Text auch
Typographie und Illustrationen berücksichtigt, konzentriert sich die
Studie auf die Konstituierungsphase der Textsorte im 16. Jahrhundert
und ihre topische Revision im späten 18. Jahrhundert: Am Beispiel der
Münchener Fürstenhochzeit von 1568 und der Berliner Doppelhochzeit
von 1793 werden exemplarisch vier Beschreibungen analysiert, die auf
unterschiedliche Weisen das Fest als Utopie entwerfen. Das
umfangreiche, kommentierte Verzeichnis der Hochzeitsbeschreibungen im
Anhang erschließt detailliert auch die Ausstattung der Drucke.
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Funktion und Topik einer Textsorte am Beispiel der Beschreibung höfischer Hochzeiten (1568-1794)
Produktdetaljer
ISBN
9783110947328
Publisert
2015
Utgave
1. utgave
Utgiver
De Gruyter
Språk
Product language
Tysk
Format
Product format
Digital bok
Forfatter