Hermann Broch (1886–1951), einen der radikalsten Vertreter der
Literarischen Moderne, mit der Romantik in Verbindung zu bringen, mag
irritieren. Doch spielt die bislang kaum berücksichtigte Kategorie
der Romantik im Gesamtwerk Brochs eine doppelte, zentrale Rolle: als
epochaler und als trans-epochaler bzw. formaler Begriff. Beide
Verwendungsweisen dienen der Analyse des eigenen Zeitgeists, der
Standortbestimmung der Moderne in ihrem Spannungsverhältnis von
Fragment und Totalität. Brochs Verhältnis zum Begriff der Romantik
wird in seiner Ambivalenz entfaltet: Findet in Brochs theoretischen
Schriften, in denen der Begriff überwiegend pejorativ verwendet wird,
eine explizite Abgrenzung zur Romantik statt, so lassen sich in seinem
literarischen Werk immer wieder implizite Anlehnungen an romantische
Konzepte beobachten. Der aus einer internationalen DFG-Tagung 2012
hervorgegangene Band erschließt erstmals Brochs Romantikkonzepte im
Kontext seiner Zeit sowie deren kritische Aneignung für eine Politik,
Philosophie und Ästhetik der Moderne, die weit über die
Broch-Forschung hinausreicht.
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Produktdetaljer
ISBN
9783110377125
Publisert
2015
Utgave
1. utgave
Utgiver
De Gruyter
Språk
Product language
Tysk
Format
Product format
Digital bok
Forfatter