Das vorliegende Buch präsentiert eine phänomenologische Analyse der
verschiedenen Formen zwischenmenschlicher Gewalt und ihrer oft
unterbelichteten Beziehungen. Auf der Grundlage einer Transformation
der Phänomenologie und im Rekurs auf den aktuellen Diskurs der
Gewaltforschung entwickelt es einen methodologischen Rahmen für eine
nicht-reduktive Analyse von Gewalt, der in angewandten
phänomenologischen Fallstudien erprobt wird. Gewalt war bislang
vorwiegend in den Human‑ und den Sozialwissenschaften ein zentrales
Thema, wurde aber nur allzu selten zum Gegenstand genuin
philosophischer Reflexion. Um dieses Desiderat aufzugreifen und die
Bedeutung philosophischer Reflexion für den Diskurs über Gewalt zu
demonstrieren, entwickelt das vorliegende Buch einen
phänomenologischen Ansatz zur Analyse zwischenmenschlicher Gewalt.
Seine Intention besteht darin, ein Korrektiv zu den konventionellen,
allzu einseitig verfahrenden instrumentalistischen, essentialistischen
oder funktionalistischen Erklärungen von Gewalt vorzulegen. Im
Anschluss an eine kritische Reflexion auf zentrale Aporien des
Gewaltdiskurses, denen es sich zu stellen gilt, integriert der Autor
relevante Theoreme klassischer Phänomenologie mit neueren Ansätzen
in einen umfassenden Analyserahmen. In drei „Fallstudien“ wird
dieser Rahmen in konkreten Phänomenanalysen angewandt und der ihm
zugrunde liegende weite Gewaltbegriff auf die Probe gestellt. Das Buch
schließt mit einem Entwurf einer „relationalen Phänomenologie“,
die es erlaubt, die vielfach unterbelichteten bzw. ausgeblendeten
Beziehungen zwischen den verschiedenen Formen von Gewalt ins Auge zu
fassen.
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Produktdetaljer
ISBN
9783319100241
Publisert
2018
Utgiver
Springer Nature
Språk
Product language
Tysk
Format
Product format
Digital bok
Forfatter