In dieser Arbeit geht es um die verschiedenen Faktoren, die den
inhaltlichen Aufbau und die Wahl spezifischer Ausdrucksmittel im
Prozeß der Textproduktion steuern. Es wird zunächst ein
Beschreibungsinstrumentarium entwickelt, das Textstrukturen auf
globaler und lokaler Ebene integrativ abzubilden erlaubt.
Ausgangspunkt der Untersuchungen ist die schon aus der antiken
Rhetorik vertraute These, daß die kommunikative Aufgabe, die
Quaestio, die der Text in seiner Gesamtheit zu beantworten versucht,
wesentliche strukturelle und inhaltliche Vorgaben für die Gestaltung
eines Textes macht. Diese These wird anhand umfangreichen empirischen
Materials belegt. Als Datenbasis werden mündlich produzierte
Erzählungen, Beschreibungen und Instruktionen herangezogen, die unter
kontrollierten Bedingungen erhoben wurden. Ebenfalls untersucht wird
die Rolle kognitiver Faktoren auf die Textplanung. Hierunter verstehen
wir spezifische Vorgaben, die mit der thematisierten Wissensbasis
verbunden sind. Im einzelnen wird nachgewiesen, daß die Art der
Wissensaufnahme (Kognitionsphase), die Merkmale der verbalisierten
Wissensstruktur (hierarchischer Aufbau, Standardisiertheit) und das
beim Hörer unterstellte einschlägige Vorwissen (Hörermodell) Inhalt
und Form von Texten systematisch beeinflussen. Eine detaillierte
Untersuchung des Gebrauchs hypotaktischer Ausdrucksmittel belegt, daß
diese Form konsequent zum Erhalt global gesetzter Strukturvorgaben
(wie Perspektive, Granularitätsniveau, Linearisierungskriterium)
verwendet wird. Die Ergebnisse der empirischen Analysen werden im
Lichte bestehender Modelle der Textproduktion diskutiert. Es zeigt
sich, daß strikt modulare und sequentielle Modelle diesen Ergebnissen
nicht gerecht werden können.
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Empirische Untersuchungen zur Produktion mündlicher Texte
Produktdetaljer
ISBN
9783110918496
Publisert
2015
Utgave
1. utgave
Utgiver
De Gruyter
Språk
Product language
Tysk
Format
Product format
Digital bok
Forfatter