Die Studie verfolgt das Ziel, das geschriebene Alltagsdeutsch in der
neueren Sprachgeschichte als sprachliche Normallage zu beschreiben,
deren Entwicklungen die Tendenzen der Gegenwartssprache erst
verstehbar machen. Es wird erstmals der Versuch unternommen, auf
breiter Materialbasis für das gesamte deutsche Sprachgebiet
Gebrauchsnormen der Schriftsprache routinierter wie unroutinierter
Schreiberinnen und Schreiber zu ermitteln. Grundlage der sprachlichen
Analysen sind Texte privater Auswandererkorrespondenz, ein bislang
kaum beachteter Quellentyp, der an Umfang, Nähe zur konzeptionellen
Mündlichkeit sowie regionaler und sozialer Variation in der
Geschichte des Neuhochdeutschen vor dem 20. Jahrhundert seinesgleichen
sucht. Gestützt auf die Einzelanalysen, insbesondere zur Grammatik,
Lexik und Graphie des Alltagsdeutschen im 19. Jahrhundert, wird für
einen Perspektivenwechsel der sprachwissenschaftlichen Forschung zum
Neuhochdeutschen plädiert: »Sprachgeschichte von unten« appelliert
zum einen an eine stärkere Berücksichtigung des Sprachgebrauchs der
Bevölkerungsmehrheit in der Sprachgeschichtsforschung. Zum anderen
wird die Notwendigkeit unterstrichen, Geschichte und Gegenwart einer
modernen Kultursprache von ihrem soziokommunikativen Fundament der
Alltagssprache aus zu beschreiben und zu erklären.
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Untersuchungen zum geschriebenen Alltagsdeutsch im 19. Jahrhundert
Produktdetaljer
ISBN
9783110910568
Publisert
2015
Utgave
1. utgave
Utgiver
De Gruyter
Språk
Product language
Tysk
Format
Product format
Digital bok
Forfatter