Ein Leben lang leidet der Mensch an der nie zu überwindenden
Endlichkeit seiner Vernunft, die ihn heftig mit Fragen bedrängt, zu
deren Beantwortung sie selbst gar nicht in der Lage ist. Im Blick auf
den Versuch, dieses Paradoxon aufzulösen, dass nämlich einerseits
das metaphysische Bedürfnis der Vernunft zwar von dieser nicht aus
eigener Kraft zufriedengestellt werden kann, andererseits aber diese
Einsicht keineswegs ihr bohrendes Fragen zum Schweigen bringt, wird
die Verführung nachvollziehbar, das Kind mit dem Bade auszuschütten
und der Vernunft rundweg und grundsätzlich eine tragfähige lebens-
und handlungsleitende Kraft abzusprechen. Große Teile der Postmoderne
sind von diesem tiefen Misstrauen, das den Abschied von aller Vernunft
zu rechtfertigen scheint, geprägt. Die Alternative zu ihrer
Verabschiedung im Aufweis der Möglichkeit – ja Notwendigkeit –
von Metaphysik auch und gerade angesichts einer stets in ihrer
Endlichkeit gefangenen Vernunft wird in diesem Buch gezeichnet.
Les mer
Von einem unabweislichen Bedürfnis der menschlichen Vernunft. Rémi Brague zu Ehren
Produktdetaljer
ISBN
9783658315931
Publisert
2020
Utgave
1. utgave
Utgiver
Springer Nature
Språk
Product language
Tysk
Format
Product format
Digital bok
Forfatter