Das von der Forschung vernachlässigte und kontrovers diskutierte
späte Gedicht Hölderlins ist eine elegische Hymne, in der Hölderlin
seiner Dichtung eine poetologische Neuorientierung gibt, die dem Geist
der Zeit zwischen 1800 und 1805/06 entspricht. Die Studie weist nach,
dass Hölderlin dem Lyrischen die neue Aufgabe zuweist, im Bild der
Madonna als neue „Mythe“ die Ideale der Französischen Revolution
mit der geschichtlichen Realität zu „versöhnen“ gegen eine sich
immer regressiver verhaltende nachrevolutionäre Gesellschaft.
Hölderlin verlässt den frühromantischen Diskurs und eröffnet
seiner Dichtung einen grundlegend neuen Horizont. Ohne Christus, den
„Sohn“, vermittelt die Madonna als zentrale „Mythe“ die Liebe
als wesentliche Botschaft der „alten“ an die „neue“ Religion,
die jetzt eine poetische ist. Das Gedicht kann deshalb als eine
„Poetik der Liebe“ bezeichnet werden. In Abkehr von antiken
Kunstregeln und dank der Hinwendung zum „Eigenen“ in Bildlichkeit,
Form und Sprache wäre der Weg offen gewesen für eine populärere und
damit wirksamere Lyrik. Sie sollte sich einfügen in einen auf
Langfristigkeit gestellten Bildungsprozess, dessen Ziel es ist, die in
der „terreur“ verratenen Ideale der Revolution im „Glauben“,
in der „Liebe“ und in der „Hoffnung“ in gesellschaftliche
Realität zu überführen.
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Hölderlins später Gesang und sein Werkkontext
Produktdetaljer
ISBN
9783662721735
Publisert
2025
Utgiver
Springer Nature
Språk
Product language
Tysk
Format
Product format
Digital bok
Forfatter