Im Fokus der Arbeit steht eine von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung
der SED-Diktatur federführend organisierte Jubiläumsausstellung. An
dieser besonderen und gleichermaßen signifikanten Form staatlicher
Geschichtspolitik interessiert vor allem das Wie der Darstellung des
Kommunismus, wobei verschiedene sozialwissenschaftliche
Abstraktionsebenen eingepreist werden. Zunächst entwickelt die
Autorin eine kulturwissenschaftlich informierte und gleichsam für
Politik sensible postkonstruktivistische Gedenkanalytik. Auf die
zentrale Begrifflichkeit der Inszenierung zulaufend grundiert diese
Analytik eine systematische Beschäftigung mit dem
Zurschaustellungsprozess sowie mit der fertigen Schau. Bei der
doppelten Dekonstruktion wird die Ausstellung in ihrer
Multimedialität und -modalität ernstgenommen. Auch verschiedene
Kontexte und Ambivalenzen finden Berücksichtigung. Am Ende kann die
Fallstudie zeigen, dass die von der Bundesstiftung verfolgte,
plakative geschichtspolitische Strategie in verschiedener Hinsicht
problematisch ist. Den staatlich formulierten Anspruch, die innere
Einheit des vereinigten Deutschlands mittels der Aufarbeitung des
Kommunismus zu fördern und zu festigen, muss sie regelmäßig
verfehlen.
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Zur staatlichen Inszenierung des Kommunismus in Deutschland
Produktdetaljer
ISBN
9783658483975
Publisert
2025
Utgiver
Springer Nature
Språk
Product language
Tysk
Format
Product format
Digital bok
Forfatter