In dieser Arbeit wird Platons radikale Position zu Gelderwerb und
Reichtum untersucht, die sich in der Kritik an den Honoraren der
Sophisten, in den strengen Besitzregeln der Politeia und in der
restriktiven Wirtschaftsordnung der Nomoi ausdrückt. Es soll gezeigt
werden, dass Platons Kritik an Gelderwerb und Reichtum eng mit einem
seiner zentralen philosophischen Anliegen zusammenhängt: der
Etablierung einer revisionären Vorstellung von aretê. Platon
vertritt die Ansicht, dass die richtig verstandene aretê entgegen der
verbreiteten Meinung keine chrematistischen Kompetenzen umfasst und
sogar unvereinbar ist mit Gelderwerb. Da Platon zugleich eine monetär
organisierte Wirtschaft für unabdingbar hält, ist in seinen
Staatsentwürfen der Teil der Polisbewohner, der einem Lohnberuf
nachgeht, von der vollen aretê ausgeschlossen. Diese Position ist
dabei nicht auf ein aristokratisches Vorurteil gegen Lohnarbeit
zurückzuführen. Vielmehr richtet Platon seine Kritik insbesondere
gegen die typisch aristokratische Hochschätzung von Reichtum und
begründet sie vor allem psychologisch: Orientierung an Geld und
Reichtum sei mit der Dominanz irrationaler Seelenzentren verbunden.
Die Arbeit eröffnet die Möglichkeit, die verschiedenen Komponenten
von Platons Kritik an Gelderwerb und Reichtum zu einer kohärenten
Theorie zu verbinden und auf der Basis von Textanalysen ihren
philosophischen Gehalt zu prüfen.
Les mer
Produktdetaljer
ISBN
9783110311006
Publisert
2015
Utgave
1. utgave
Utgiver
De Gruyter
Språk
Product language
Tysk
Format
Product format
Digital bok
Forfatter