An seine Freunde - wer da Zeugnisse dessen, was wir Freundschaft
nennen, erwartet, wird sich ein wenig enttäuscht finden. Abgesehen
von den Briefen an seine Gattin Terentia und seine Freigelassenen
Tiro, die eine Sonderstellung einnehmen, gibt sich Cicero nur einigen
wenigen Partnern gegenüber ganz so, wie er ist, und das ist doch das,
was wir bei einem Freund voraussetzen: Unbefangenheit und
Unverstelltheit. Die große Masse seiner Briefe ist zweckgebunden,
trägt mehr oder weniger formellen Charakter. Da gilt es, das eigene
politische Handeln zu rechtfertigen, das persönliche Verdienst ins
rechte Licht zu rücken, Differenzen mit politischen "Freunden"
auszufechten, Beziehungen für sich und andere auszuwerten, den
politischen Gesinnungsgenossen bei der Stange zu halten oder zu
fördern und was dergleichen mehr ist. So leuchten diese Briefe tief
hinein in das Treiben der führenden Kreise und bergen mit ihren
Schlaglichtern auf das politische Geschehen der Zeit eine Fülle von
Interessantem und Fesselndem. Ganz von der Politik diktiert ist der
Briefwechsel mit L. Plancus, M. Lepidus, D. Brutus und C. Cassius in
den Büchern X, XI und XII. Er bildet eine unschätzbare Quelle für
unsere Kenntnis der Vorgänge während des Todeskampfes der Republik.
Les mer
Lateinisch - Deutsch
Produktdetaljer
ISBN
9783050061610
Publisert
2015
Utgave
6. utgave
Utgiver
De Gruyter
Språk
Product language
Tysk
Format
Product format
Digital bok
Forfatter